Journalistin, Texterin, Bloggerin und …

… ja, und MUTTER! Meiner Meinung nach müsste die Aufzählung sogar anders herum lauten: Mutter, Journalistin, Texterin und Bloggerin. Denn in erster Linie sind berufstätige Frauen mit Kindern MÜTTER, auch wenn nicht jeder Chef dies akzeptiert und toleriert. Denn ganz gleich, für was „Mutter“ auch gerade beruflich eingesetzt wird – die Abrufbereitschaft ist immer da. Für den Fall, dass ein Kind in der Schule über den Tisch kotzt ebenso, wie für den verpassten Bus von der Schule nach Hause.

Leider erkennen nicht viele Chefs, Bekannte oder auch Unbekannte das an. Entweder es heißt: „Wie kannst du nur so viel arbeiten – du hast doch Kinder!?“, oder es wird hinterm Rücken gemauschelt: „Die armen Kinder. Die haben bestimmt gar nichts von ihrer Mutter.“

Die Menschen, die mich kennen, werden sich jetzt sicher fragen, wie zum Henker ich auf dieses Thema komme – zumal ich eigentlich „über ganz andere Dinge“ rede und blogge. Inspiriert und irgendwie auch herausgefordert wurde ich durch einen Artikel, der mir auf Twitter den Weg kreuzte – Runzelfüßchen (ebenfalls freie Journalistin und Mama) rief zur Blogparade auf: Von überragenden Vätern und normalen Müttern. Da bin ich dabei!

24-Stunden-Schichten – vom Schutzengel bis zur Streitschlichterin

Mutter zu sein bedeutet  Fürsorgerin, Schutzengel, Pflegerin, Seelsorgerin, beste Freundin, Notärztin, Streitschlichterin und vieles mehr zu sein – und das 24 Stunden am Tag!

Manchmal wünsche ich mir sogar, dass ich Medizin studiert hätte – denn dann wüsste ich immer sofort, was zu tun ist.

Kurzum: Ein Job, so vielseitig wie kein anderer. Doch wird es honoriert? Nein! Ganz im Gegenteil – es wird den Frauen irgendwie auch abverlangt, einem „anerkannten Job“ nachzugehen – denn ist dies nicht der Fall, heißt es unwissend gleich: „Guck´ mal, die sitzt den ganzen vor der Glotze rum!“, oder auch: „Wie die Mutter, so die Kinder. Kein Wunder, wenn die später auch nix tun!“

Einem Halbtagsjob kann doch jede Mutter nachgehen, oder? Von 8 bis 12 Uhr arbeiten und dann nach Hause ab in die Küche – passt!

Leute … es gibt lokal betrachtet vielleicht eine Handvoll Jobs, die diese Eigenschaft aufweisen – und damit sind sie heiß begehrt. Es bleibt also nichts anderes übrig, als die Kinder nach der Schule in die Betreuung zu schicken (womit man bei manchen Menschen auch wieder als Rabenmutter dasteht, weil man Kinder in die Welt gesetzt hat, diese aber bis 16 Uhr – deren Meinung nach – abschiebt), wenn „Mutter“ einem guten Job nachgehen möchte – vielleicht sogar ihrem Traumjob!

Noch schlimmer trifft es diejenigen, die allein erziehend sind – denn hier bleibt nicht einmal die Variable, nachmittags oder abends einem Aushilfsjob nachzugehen. Denn es fehlt der Partner, der sich dann nach Feierabend um die Kinder kümmern kann.

Und trotzdem bekommen viele, sehr viele Frauen es hin, Kinder und Karriere unter einen Hut zu bekommen.

Männer sind cool – bei Frauen ist das halt so

Ich stimme Runzelfüßchen zu 100% zu, dass die Gesellschaft irgendwie noch „in vergangenen Zeiten“ lebt. Leistet eine Frau all das, was ich oben geschildert habe, ist das halt so – irgendwie wird es ihr auch abverlangt. Frauen wollen ja schließlich emanzipiert sein.

Kümmert Papa sich um die Kinder, während Mama einen beruflichen Termin wahrnimmt, ist er ein Held: „Ker´, hast du aber einen tollen Mann! Du hast ja so ein Glück.“

Ach, hatte ich erwähnt, dass ich morgens um 5.30 Uhr aufstehe, eine Runde mit dem Hund drehe, mich und das Frühstück vorbereite, die Kids wecke und für die Schule fertig mache, dann in die Redaktion fahre, um 16 Uhr meine Kids aus der Schule abhole, den restlichen Nachmittag zu Hause mit meinen Kids, ihren Freunden oder auf Terminen verbringe und am Abend wieder am PC sitze?

Und das, obwohl ich einen in Schichtdienst arbeitenden Mann habe, der sich sowohl um den Haushalt wie auch um die Kids mit kümmert – einen Mann, der sich um das Essen kochen und Wäsche waschen kümmert. Einen Mann, der sich sogar eine Woche frei nimmt, damit ich berufsbedingt an einer Messe teilnehmen kann und so weiter.

Wer wird am Ende gelobt? Er! 

Ich finde es ja auch super – aber warum müssen wir Papa immer loben? Wer lobt uns?

Lob für beide – ein tolles Team

Meiner Meinung nach muss weder die Frau noch der Mann in den Himmel gelobt werden – sondern das TEAM!

Das Team bestehend aus der ganzen Familie – Mutter, Vater und Kinder! Denn nur wenn das funktioniert, klappt es auch mit dem Traumjob (auf beiden Seiten, denn schließlich gibt es ja heutzutage auch viele Männer, die zu Hause bei den Kindern bleiben und einem Nebenjob nachgehen, während die Frau das Hauptgehalt nach Hause bringt)!

Fazit: Bei uns zählt das WIR! Nicht das ER oder ICH. 

4 Kommentare

  1. Vielen Dank für deinen Beitrag.
    Ich frage mich, ob du als Ärztin wirklich besser dran wärst, aber das nur nebenbei. 🙂
    Ich wünsche mir, dass sich das Loben und der Respekt für die Familienarbeit gerecht verteilt. Weil das zu einer modernen Gesellschaft meiner Meinung nach dazugehört.

    Ich wünsche dir und deiner Familie alles Gute und zu jeder Zeit die gegenseitige Unterstützung.

    Liebe Grüße,

    Andrea

  2. Hallo Andrea,

    vielen Dank für dein Statement … der Wunsch, Ärztin zu sein, war eher auf die „täglichen Wehwehchen“ bezogen 😉
    Auch dir und deiner Familie nur das Beste!

    LG
    Thora

  3. Ein ganz toller Artikel 🙂 Man wird es nie allen Recht machen können. Ich bin so froh, dass ich meinen Mann habe, denn er teilt einfach alles mit mir: Freud, Leid, Haushalt, Kindesbetreuung. Wir sind ein super Team und haben es gemeinsam im Griff. Es ist wirklich schwierig Mutter, Ehefrau und Kollegin zu sein. Dazu braucht es einen flexiblen Chef, der Verständnis hat. Verständnis, wenn man spontan frei braucht, weil die Kleine Fieber bekommen hat. Verständnis, wenn man morgens zu spät kommt, weil die Kleine wieder einen Zirkus beim Anziehen veranstaltet hat und natürlich Verständnis, dass man manchmal auch einfach Mutter sein will. Solch Chefs sind sogar noch seltener als Teilzeitjobs zu finden^^

    Liebe Grüße
    Die Rabenmutti

  4. Dank dir 😉 …
    Es stimmt … ich habe bisher erst zwei Chefs in meinem Leben gehabt. Einer davon hatte Verständnis, der andere war „mit dran Schuld“, dass ich mich beruflich verändert und auf eigene Füße gestellt habe – mit einem guten Ende: Meinem Traumjob. 😉

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